Die Kosten eines Scheidungsverfahrens

In Ehesachen bestimmt das Gericht den sogenannten Verfahrenswert nach Ermessen unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles, insbesondere des Umfangs und der Bedeutung der Sache und der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Parteien. Dieser Streitwert ist für die Berechnung der Gericht- und Anwaltskosten erforderlich.

Regelmäßig setzt sich der Verfahrenswert der Scheidung als solcher zusammen aus dem Einkommensverfahrenswert und dem Vermögensverfahrenswert.

Grundsätzlich gilt:

Der Einkommensverfahrenswert wird aus den addierten dreifachen Monats-Nettoeinkommen beider Eheleute ermittelt. Je Kind werden 250 pro Monat abgezogen.

Der Vermögensverfahrenswert richtet sich nach dem addierten, um Verbindlichkeiten bereinigten Vermögen beider Eheleute. Von diesem Betrag werden als Freibeträge je Ehegatte 60.000 € und je Kind 30.000 € abgezogen. Von einem positiven Restbetrag werden zumeist 5 % angesetzt.

Beim Verfahrenswert für den Versorgungsausgleich ist die Zahl der Anrechte ausschlaggebend. Der Verfahrenswert beträgt für jedes Anrecht 10% und bei Ausgleichsansprüchen nach der Scheidung (vgl. §§ 20-26 des VersAusglG, § 223 FamFG) 20% des in drei Monaten erzielten Nettoeinkommens der Ehegatten, mindestens 1000,00 €

Beispiel:

Nettoeinkommen Ehemann 2.000 €; Nettoeinkommen Ehefrau 1.000 €; ein minderjähriges Kinder. Beide Eheleute sind gesetzlich rentenversichert:

Streitwert Scheidung:
2.000,00 € + 1.000,00 € ./. 250,00 € = 2.750,00 €
2.750,00 € x 3 = 8.250,00 € (Quartalsfamilien-Nettoeinkommen)

Streitwert Versorgungsausgleich:
1.800,00 €

Gesamtstreitwert:
8.250,00 € + 1.800,00 € = 10.050,00 €.

Kosten für einen Anwalt einschließlich gesetzlicher Umsatzsteuer: 1.588,65 €
Gerichtskosten: 438,00 €

Gerne teilen wir Ihnen die voraussichtlichen Kosten Ihres Scheidungsverfahrens mit. Die im Online-Formular vorgesehenen Felder zu Einkommen und Vermögen sind hierzu auszufüllen.

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